Kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung: Land Steiermark und STGKK präsentieren konkrete Pläne

Die Problematik rund um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen für psychiatrische und psychosomatische Betreuung war sowohl dem Land Steiermark als auch der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse bewusst – mit dem heute gefassten Beschluss werden die ersten Schritte für eine Verbesserung der Versorgung gesetzt. 

Der Gesundheitsfonds Steiermark wurde mit der Konzeption für eine Verbesserung der Versorgung beauftragt, die gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus dem stationären und ambulanten Bereich erarbeitet wurde. Dieses Ergebnis zur ambulanten psychiatrischen Versorgung der Steiermark wurde im Rahmen der Landes-Zielsteuerung mit der Sozialversicherung abgestimmt und zur Grundlage des Auf- und Ausbaus der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsstruktur gemacht. 

Vergleichbar mit der sozialpsychiatrischen Versorgung im Erwachsenenbereich soll ein niederschwelliger Zugang zu den regionalisierten Ambulatorien erfolgen, in welchen ein multiprofessionelles Team für Beratung und Behandlung zur Verfügung steht. Nicht zuletzt sozial schwache und mit komplexen Problemstellungen konfrontierte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien zählen zur Zielgruppe. Ein weiterer Schwerpunkt der Umsetzung ist auch der Wunsch auf Anonymität beim.

„Dieses breite Behandlungs- und Betreuungserfordernis kann durch multiprofessionelle Teams, bestehend aus Fachärztin/-arzt, Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter optimal abgedeckt werden bzw. erfolgt beim Erstkontakt auch die erforderliche Triagierung zwischen fachärztlicher, psychotherapeutischer und sozialarbeiterischer Leistung", ist Gesundheitslandesrat Christopher Drexler zuversichtlich dieses Konzept für die betroffene Bevölkerung in die richtige Richtung zu lenken.

„Bereits 2017 sollen in den Versorgungsregionen Graz und Oststeiermark erste Strukturen entstehen: In Graz wird ein multiprofessionelles Team mit einem Facharzt oder einer Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie etabliert, das auch fünf Personen aus nicht fachärztlichen sozialpsychiatrischen Berufsgruppen umfasst. Ein nach den gleichen Kriterien zusammengesetztes Team in Weiz ist für die Versorgung der Bezirke Weiz, Hartberg-Fürstenfeld und Südoststeiermark vorgesehen", präzisiert STGKK-Obfrau Verena Nussbaum den ersten Ausbauschritt. Im Jahr 2018 wird die Versorgung auf die Regionen Südweststeiermark und Voitsberg, Liezen, Murau und Murtal sowie Bruck-Mürzzuschlag ausgeweitet – damit ist die Steiermark flächendeckend versorgt. 

Die Anbindung an die Struktur der Psychosozialen Dienste (PSD) ermöglicht die parallele Mitbetreuung von Eltern/Bezugspersonen. Vor allem bei Kindern ist ein spezifischer Behandlungszugang unumgänglich. Nach einem lange bestehenden Versorgungsvakuum soll mit dieser von der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossenen Maßnahme ein erster Schritt in eine wirksame, ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung gesetzt werden.

„Unabhängig vom Ausbau der ambulanten kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in der Steiermark haben wir darauf gedrängt, dass die ärztliche Ausbildungsordnung für Kinder- und Jugendpsychiatrie dahingehend geändert wurde, dass nunmehr an jeder Abteilung die möglichen Ausbildungsstellen um mindestens zwei erhöht werden konnten. Derzeit befinden sich sieben Turnusärztinnen und -ärzte in Ausbildung zum Facharzt. Darüber hinaus wurde auch die tagesklinische Versorgung ausgebaut", ergänzt Landesrat Drexler abschließend.