Erfahrungsaustausch „Aktion Saubere Hände“ 2017

Am 12. Oktober 2017 fand der alljährliche Erfahrungsaustausch zur „Aktion Saubere Hände“ in Graz statt. Rund 130 interessierte Personen aus den unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.

​Den TeilnehmerInnen wurde auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Blickrichtungen auf das Thema (Hände-)Hygiene geboten. Herr Pux von den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz zeigte anhand des in der Albert Schweitzer Klinik bereits implementierten Patientenedukationsprogramms zur Verbesserung des Händehygieneverhaltens auf, welches Präventionspotenzial die Einbeziehung von PatientInnen in Maßnahmen der Händehygiene hat – durch die gesetzten Edukationsmaßnahmen konnten u.a. das Händehygieneverhalten der PatientInnen positiv beeinflusst und ein positiver Effekt auf die Infektionsraten in den GGZ erzielt werden.

Auf Wissenstransfer wird im LKH Stolzalpe im Zuge der Umsetzung der „Aktion Saubere Hände" besonders Wert gelegt. Durch Kooperationen u.a. mit dem umliegenden Kindergarten und der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege werden Synergien optimal genutzt und das Wissen rund um die richtige Händehygiene über die Grenzen der Gesundheitseinrichtung hinaus bereits an die Jüngsten weitergegeben – ganz nach dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!".

Eine sozialpsychologische Perspektive auf das Thema Händehygiene ermöglichte Gastreferentin Frau Svenja Diefenbacher von der Universität Ulm. Frau Diefenbacher zeigte unter anderem auf, welche Rolle Gewohnheit, Vorsätze und Empathie beim Händehygieneverhalten einnehmen und veranschaulichte anhand von neuen und innovativen Interventionsmöglichkeiten (als Ergänzung zu wissensbasierten Maßnahmen), wie die Händehygiene-Compliance bei medizinischen Fachpersonal erhöht werden kann.

Einen weiteren möglichen Ansatzpunkt für Intervention stellt die Kommunikation dar. Unter dem Titel „Alle mit ins Boot! Intervention durch (positive) Kommunikation" zeigte Frau Elisabeth Zinnegger unterschiedliche Ansätze zur Optimierung des eigenen Kommunikationsverhaltens auf. Eine positive Körpersprache, eine eigene (positive) Sprache zum Thema Hygiene im Haus, eine wertschätzende unterstützende Haltung, das Ermöglichen von Lernen durch richtiges Feedback sind einige Beispiele, die einen Beitrag zur Verbesserung des Händehygieneverhaltens im Haus leisten können. Wichtig dabei ist auch, von Zeit zu Zeit das eigene Kommunikationsverhalten zu reflektieren.

Am Nachmittag begeisterte Herr Klaus Vander, ärztlicher Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der KAGes, das Publikum. Vander ging auf die unterschiedlichen Übertragungswege von Infektionen und deren Prophylaxe ein und zeigte in einem zweiten Vortrag Screening- und Hygienemaßnahmen bei multiresistenten Erregern auf. Auf unterschiedliche Keimquellen in Gesundheitseinrichtungen machte Herr Josef Schwarz vom LKH Hartberg in einem weiteren Beitrag aufmerksam und stellte zugleich grundlegende Maßnahmen zur Vermeidung von Keimübertragungen und Infektionen vor.

Zum Abschluss richtete Dr. Johannes Koinig in seiner Funktion als Vorsitzender der Qualitätssicherungskommission Steiermark wertschätzende Worte an die von der „Aktion Saubere Hände" ausgezeichneten steirischen Gesundheitseinrichtungen und gratulierte zur erfolgreichen Umsetzung der Aktion.

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

An dieser Stelle ergeht ein herzlicher Dank an die ReferentInnen für die Mitgestaltung des Erfahrungsaustausches „Aktion Saubere Hände" im Jahr 2017!

 Alle Bilder: ©Gesundheitsfonds Steiermark/Hutter