Erste MINI MED Botschafterinnen und Botschafter sind ausgebildet

Der erste von insgesamt drei Aus- und Weiterbildungsdurchgängen zu MINI MED Botschafterinnen und Botschafter ist abgeschlossen. Sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften am 18. Jänner 2019 in feierlichem Rahmen an der FH JOANNEUM Graz ihr Zertifikat entgegennehmen. In weiterer Folge sollen sie unter diesem Titel in den jeweiligen Organisationen Projekte zur Förderung der Gesundheitskompetenz ihrer Zielgruppen umsetzen.
​Gesundheitskompetenz bedeutet Informationen zur Gesundheit zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um daraus Entscheidungen abzuleiten. Gesundheitskompetenz ist eine wichtige Ressource für unsere Gesundheit. Aktuelle Erhebungen zeigen aber, dass viele Steirerinnen und Steirer ihre Gesundheitskompetenz als niedrig oder problematisch einstufen. Es gibt viele Angebote zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen, aber oft fühlen sich die Menschen davon nicht angesprochen. Die unzähligen Gesundheitsinformationen sind nicht immer hilfreich. Oft trauen sich Patientinnen und Patienten nicht, im Gespräch mit dem Arzt Fragen zu stellen. Das soll sich ändern!​

Ziel des Projektes MINI MED Botschafterinnen und Botschafter ist es, über die ausgebildeten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer in ihrer Lebenswelt (in Gemeinden, Betrieben, Vereinen etc.) zu stärken.

„Fehlt die Information über Gesundheit und Krankheit, kann das weitreichende Auswirkungen haben. Menschen mit höherem Wissen und Fähigkeiten rund um ihre Gesundheit, benötigen seltener einen Arzt oder ein Krankenhaus. Der Steirische Gesundheitsplan 2035 verfolgt daher auch das Ziel, das Wissen der Steirerinnen und Steirer über ihre Gesundheit weiter zu steigern und durch stärkere Gesundheitskompetenz des Einzelnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.  Denn die Steirerinnen und Steirer sollen gesünder sein und länger leben als der Rest der Welt.", erklärt Gesundheitslandesrat Christopher Drexler.

Das Projekt MINI MED Botschafterin und Botschafter wurde vom Gesundheitsfonds Steiermark beauftragt und wird von 2018 bis 2020 durch die Regional Medien Austria Gesundheit GmbH, die Medizinische Universität Graz und die Fachhochschule JOANNEUM umgesetzt. Es wird dabei auf den Erfahrungen des MINI MED Studiums aufgebaut. Sogenannte MINI MED Botschafterinnen und Botschafter sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in unterschiedlichen Settings und Lebenswelten niederschwellige Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz für unterschiedliche Zielgruppen umsetzen. Dazu ist die Teilnahme an der dreitägigen Aus- und Weiterbildung sowie an den nachfolgend jährlichen eintägigen Fortbildungen (Upgrade) verpflichtend. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu den Themen Gesundheitskompetenz, Kommunikation sowie zielgruppenspezifische Bedarfe und Bedürfnisse geschult. Sie erhalten weiter eine praxisnahe Begleitung in der Umsetzung ihrer Projektideen. Alle Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die zukünftigen MINI MED Botschafterinnen und Botschafter arbeiten täglich mit Menschen in Gemeinden, in Vereinen usw. Somit sind sie in der Lage, das Thema Gesundheitskompetenz nicht nur in ihre Organisation zu bringen, sondern auch die individuelle Gesundheitskompetenz der Bevölkerung positiv zu beeinflussen. Zum Beispiel ist es wichtig, dass Informationen in einer angemessenen Sprache vermittelt und somit gut verstanden werden. Je intensiver und umfassender das Thema angegangen wird, desto besser, so Kristina Walter vom Gesundheitsfonds Steiermark.

Der erste Aus- und Weiterbildungsdurchgang zur/zum MINI MED Botschafterin und Botschafter wurde mit insgesamt sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den folgenden Organisationen abgehalten: Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz, Krankenhaus der Elisabethinen Graz, Männerberatung Steiermark, Diözese Graz Seckau, Styria vitalis und REHA Radkersburg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in insgesamt drei Tagen zu den Themen Gesundheitskompetenz, Gesundheitskommunikation und zielgruppenspezifischen Bedarfen und Bedürfnissen geschult. Der erste Aus- und Weiterbildungsdurchgang widmete sich der Zielgruppe Männer 50+. In weiterer Folge sind die Botschafterinnen und Botschafter dazu befähigt, in ihren jeweiligen Organisationen Projekte zur Förderung der Gesundheitskompetenz der Zielgruppe umzusetzen (siehe Beilage). Diese Projekte können auf die individuelle Gesundheitskompetenz der Bevölkerung abzielen oder auf die organisationale Gesundheitskompetenz in den eigenen Einrichtungen. Dabei werden sie von der FH JOANNEUM fachlich begleitet.

Der zweite Durchgang wird sich der Zielgruppe der Frauen im ländlichen Bereich und der dritte der Zielgruppe der pflegenden Angehörige von Menschen mit Demenz widmen.

Eva Adamer-König, Leitung Institut Gesundheitsmanagement im Tourismus der FH JOANNEUM Projekt: „Gesundheitskompetenz ist ein zentrales Thema der österreichischen Gesundheitspolitik. Daher haben wir es schon seit geraumer Zeit als wichtiges Querschnittsthema in die Ausbildung in den Bereichen Gesundheitsmanagement und Public Health integriert. Die Lehre ist dabei im Sinne einer angewandten Hochschule forschungsgeleitet, da das Institut Gesundheitsmanagement im Tourismus zahlreiche Innovationsprojekte im Themenfeld Gesundheitskompetenz umsetzt. Die FH JOANNEUM ist im Projekt MINI MED Botschafterinnen und Boschafter maßgeblich für die Aus- und Fortbildung verantwortlich. Dabei ist uns evidenzbasiertes Arbeiten ebenso wichtig, wie eine praxisnahe Implementierung von Ideen in unterschiedlichen Settings für verschiedene Zielgruppen. Gesundheitskompetenz ist nicht nur etwas Individuelles, sondern ist ein Thema das mit der Lebenswelt der Betroffenen Menschen auf engste verknüpft werden muss."

Lars-Peter Kamolz, von der Medizinischen Universität Graz bekräftigt, „dass die Aus- und Weiterbildung zur/zum MINI MED Botschafterin/Botschafter einen wesentlichen Beitrag zur Förderung einer gesundheitskompetenten Bevölkerung leistet. Die fokussierten Themengebiete ermöglichen die – weit über die individuelle Kompetenz in einem bevorzugt medizinischen Kontext hinausgehende - Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz der jeweiligen Zielgruppen."

Der dritte Kooperationspartner, die Regional Medien Austria und deren Vertreter für das Projekt Johannes Oberndorfer ergänzt, „dass es der RMA ein Anliegen ist, die Gesundheit zu fördern und das Gesundheitsbe​wusstsein in der Steiermark weiterzuentwickeln. Die MINI MED Botschafterinnen und Botschafter werden hier einen nachhaltig wertvollen Beitrag leisten und daher gerne auch als RMA Gesundheit GmbH Teil dieses großartigen Projektes sein dürfen."

  Bild v.l.n.r.: Silvia Tuttner (FH JOANNEUM), Johannes Huber (Diözese Graz-Seckau), Lisa Weidinger (Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz), Gernot Tax-Haarkamm (Radkersburger Hof GmbH & Co KG), Johannes Oberndorfer (RMA Gesundheit GmbH), Rainer Saurugg (Styria vitalis), Michaela Drexel (Krankenhaus der Elisabethinen GmbH Graz), Wolfgang Obendrauf (Verein für Männer und Geschlechterthemen Steiermark), Sandra Marczik-Zettinig (Gesundheitsfonds Steiermark), Frank M. Amort (FH JOANNEUM), Kristina Walter (Gesundheitsfonds Steiermark), Karl Peter Pfeiffer (FH JOANNEUM)

© FH JOANNEUM/Miriam Weiß​