Vorsorgemittel 2017 - 2021 der Bundesgesundheitsagentur

Schwerpunkt Kinder und Jugendliche

Im Dezember 2016 wurde die Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens (kurz: 15a-Vereinbarung) für die Periode 2017-2021 vom Parlament beschlossen. Im Artikel 35 der Vereinbarung sind Mittel im Ausmaß von maximal 3,5 Millionen Euro jährlich von der Bundesgesundheitsagentur für die Finanzierung von überregional bedeutsamen Gesundheitsförderungs-, Vorsorgeprogrammen und Behandlungsmaßnahmen vorgesehen. Die Rahmenbedingungen für die Mittelverwendung sind in der Strategie zur Verwendung der Vorsorgemittel 2010 festgelegt und orientieren sich an der Gesundheitsförderungsstrategie im Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit.

Mit Verlängerung der Strategievereinbarung 2015/16 im November 2016 wird auch das Schwerpunktthema Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen in der Vorsorgemittelperiode 2017 bis 2021 fortgeführt.

Für die Finanzierung aller Vorsorgemittel-Maßnahmen der Periode 2017-2021 stehen Mittel im Ausmaß von 16,25 Millionen Euro zur Verfügung.

Mittelempfänger sind der Bund, die Länder und die Gebietskrankenkassen, die in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich für die Umsetzung sorgen. Unter dem besonderen Augenmerk auf Nachhaltigkeit werden Maßnahmen konzertiert und unter Beteiligung möglichst vieler gesundheitspolitischer Akteurinnen und Akteure umgesetzt.


Frühe Hilfen

Frühen Hilfen bezeichnen gesundheitsfördernde Maßnahmen in der frühen Kindheit – genauer gesagt von Schwangerschaft bis Schuleintritt. Frühe Hilfen sollen die Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen von Kindern und Eltern frühzeitig und nachhaltig verbessern.

Die Begleitung erfolgt bedarfsorientiert und aufsuchend. Frequenz und Gestaltung werden dabei an Situation und Wunsch der Familien angepasst. Insbesondere bei großem Unterstützungsbedarf sind häufige und regelmäßige Kontakte sowie eine gute Abstimmung der benötigten Unterstützungsleistungen notwendig.

Ein zentrales Element von Frühen Hilfen ist die bereichs- und berufsgruppenübergreifende Vernetzung von vielfältigen Ansätzen, Angeboten, Strukturen und Handelnden in allen relevanten Politik- und Praxisfeldern.

Im Rahmen der Vorsorgestrategie werden in allen Bundesländern Maßnahmen zum Thema Frühe Hilfen umgesetzt.

Alle Projektausführenden werden dabei vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH.at) unterstützt. Dessen Hauptaufgaben sind die bundesweite Abstimmung und Vernetzung, die Sicherung von Qualität und Effizienz der Umsetzung sowie die Förderung und Unterstützung von Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen ist an der Gesundheit Österreich GesmbH (GÖG) eingerichtet und wird aus Vorsorgemitteln finanziert.

Insgesamt werden zehn Maßnahmen zum Thema Frühe Hilfen umgesetzt. In den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg werden die Maßnahmen von Land und Kasse gemeinsam durchführt.

Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen

Der Gesundheitsfonds Steiermark und die Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH (WiG) setzen Maßnahmen zum Thema "Jugendgesundheitskonferenzen" um. Dabei wird bei (sozial benachteiligten) Jugendlichen das Interesse für Gesundheitsthemen geweckt und ihre Gesundheitskompetenz gefördert und gestärkt.

Bei den Jugendgesundheitskonferenzen stehen Themen von körperlicher und psychischer Gesundheit über bewusste Ernährung bis hin zu geistiger Fitness im Vordergrund. Die Jugendlichen sollen so zu einem bewussteren und aktiveren Lebensstil animiert werden – mit dem Ziel ihre gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu fördern und ihre gesunden Lebensjahre zu steigern.