Vorsorgemittel 2015/2016 der Bundesgesundheitsagentur

6,5 Millionen Euro für Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen

​Für die Finanzierung überregional bedeutsamer Vorsorgeprogramme und Behandlungsmaßnahmen stehen für die Periode 2015/16 Mittel im Ausmaß von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung (Artikel 33 der geltenden Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG). Aus diesen Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur werden bundesweit Maßnahmen zum Thema „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen" finanziert. Vergeben werden die Mittel auf Basis einer Gesamtstrategie. Mittelempfänger sind der Bund, die Länder/Gesundheitsfonds und die Gebietskrankenkassen, die in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich für die Umsetzung sorgen.

Besonderes Augenmerk gilt der Nachhaltigkeit. Die Maßnahmen sollen über längere Zeit konzertiert und unter Beteiligung möglichst vieler gesundheitspolitischer Akteure umgesetzt werden.

Geld zur Förderung der Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen
Gesundheit erhalten und stärken, ist besser als später Krankheiten (teuer) behandeln. Das gilt ganz besonders für Kinder. Denn die Kindheit ist die effektivste und effizienteste Lebensphase, um sozial bedingte gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren. Forschungsergebnisse belegen die Auswirkungen der Lebenssituation in Kindheit und Jugend auf die Gesundheit im Erwachsenenalter.


Breite Ausrollung qualitätsgesicherter Maßnahmen
Die Vorsorgemittel werden ausschließlich für qualitätsgesicherte Maßnahmen verwendet. Für eine möglichst zielgerichtete Verwendung der Mittel empfiehlt die Strategie zur Verwendung der Vorsorgemittel mehrere Modelle guter Praxis.

Die von Bund, Ländern/Gesundheitsfonds und Gebietskrankenkassen eingereichten Maßnahmen wurden vor Gewährung der Mittel in Hinblick auf Wirksamkeit und Qualität geprüft und einstimmig von der Fachgruppe     Public Health/Gesundheitsförderung empfohlen. Diese Fachgruppe ist auch für das laufende Monitoring und die Berichterstattung an die Bundesgesundheitskommission verantwortlich.

Eine Koordinationsstelle im Bundesministerium für Gesundheit begleitet die Mittelempfänger vom Finanzierungsansuchen bis hin zur Prüfung der Endberichte im Sinne der Qualitätssicherung.

 

Überblick über die bundesweiten Maßnahmen


Frühe Hilfen
Frühe Hilfen ermöglichen als frühzeitige Unterstützung und Begleitung von Familien in belastenden Lebenssituationen ein gesundes Aufwachsen der Kinder und fördern gleichzeitig die gesundheitliche und soziale Chancengerechtigkeit.

In allen Bundesländern werden Maßnahmen zum Thema „Frühe Hilfen" umgesetzt. In Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg gibt es Kooperationen der Länder mit den jeweiligen Gebietskrankenkassen. In Niederösterreich etablieren  Land  und  Kasse  in  jeweils  unterschiedlichen  Regionen  Frühe-Hilfen-Netzwerke. In der Steiermark und in Wien verwenden nur die jeweiligen Gebietskrankenkassen ihre Mittel für „Frühe Hilfen". Alle Projektausführenden werden dabei vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen unterstützt und vernetzt. Dieses vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragte Nationale Zentrum ermöglicht eine - auch durch den Fonds Gesundes Österreich unterstützte - bundesweit einheitliche Prozessund Ergebnisevaluation der regionalen Maßnahmen.

Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen
Der Gesundheitsfonds Steiermark und die Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH (WiG) setzen Maßnahmen zur Verbesserung der „Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen" um. Beide haben sich „Jugendgesundheitskonferenzen" zum Thema gemacht, um die Gesundheitskompetenz von sozialbenachteiligten Jugendlichen zu stärken und sie für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren.

Vorsorgemittel vom Bundesministerium für Gesundheit fließen in die Maßnahme
„Die gute Wahl", welche die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Kindern und
Jugendlichen in Wien, Niederösterreich und Burgenland zum Ziel hat. Im Speziellen ist
die Identifizierung einer geeigneten Symbolkennzeichnung zur gesünderen Lebensmittelauswahl geplant.