Leitfaden im Umgang mit Sprachbarrieren

Ein Leitfaden zum Umgang mit Sprachbarrieren regelt die Kommunikation und Interaktion mit anderssprachigen Patientinnen und Patienten. Damit wird gegenseitiges Verstehen ermöglicht. Ein solcher Leitfaden beinhaltet u. a. eine Festsetzung von Verantwortlichkeit und eine Definition, welche Situation welche Art von Übersetzungsleistung erfordert. (z. B. Wann ist der Einsatz von Laiendolmetschern gerechtfertigt, wann nicht?)

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Ziel

Ziel des Leitfadens ist es, zur besseren Bewältigung von Sprachbarrieren beizutragen und ein Regelwerk zu entwickeln, das den Einsatz und die Nutzung von Dolmetschdiensten auf sicheren Boden stellt. Verantwortungen werden im Leitfaden situationsabhängig geklärt.

Zielgruppe

Der Leitfaden richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich an der Basis mit fremdsprachigen Patientinnen und Patienten arbeiten, aber auch Führungskräfte, welche sich zum Thema Umgang mit Sprachbarrieren näher informieren möchten.

Methode

Um den Leitfaden so praxisnah wie möglich zu entwickeln, setzte ärztliches Fachpersonal aus den Pilotambulanzen den Fokus auf jene Alltagssituationen, in denen Dolmetschdienste benötigt werden könnten. Die situationsbezogenen Handlungsempfehlungen wurden anhand des bekannten Manchester Triage Systems aufgebaut. Das bedeutet, es wurden Handlungsempfehlungen beispielsweise für Notfallsituationen in Bezug auf Dolmetschdienste ausgesprochen, ebenso wie akute Ambulanzbesuche, in denen das gesundheitliche Problem der Patientin oder des Patienten erst einmal abgeklärt werden muss, bis hin zu aufwendigen Aufklärungsgesprächen vor Operationen. All das fand unter der möglichen Auswahl von Laiendolmetsch, sprachkundigem Krankenhauspersonal, Video- oder Telefondolmetsch und persönlich anwesendem Dolmetschdienst statt.

Zum besseren Verständnis wurden zu Beginn des Leitfadens allgemeine Informationen zum Umgang mit Sprachbarrieren angeführt, unterschiedliche Dolmetscharten bzw. deren Begriffe erklärt sowie wichtige Adressen von Dolmetschdiensten in der Steiermark angeführt. Am Ende finden die Leser organisatorische Tipps zu kostengünstigen Dolmetschvarianten.

Nach inhaltlicher Fertigstellung wurde das Dokument von zwei unterschiedlichen Juristen aus dem Krankenhausbereich begutachtet, adaptiert und als Handlungsleitfaden freigegeben.

Fest steht jedoch, dass dies ein allgemeiner Leitfaden zum Umgang mit Sprachbarrieren ist, welcher für die Implementierung in ein Krankenhaus an die dortigen Gegebenheiten (z.B. steht Telefondolmetsch zur Verfügung) angepasst werden muss.

Die Kosten für Dolmetschdienste müssen von jeder Einrichtung selbst getragen werden.