ELGA - Ihre Gesundheit, Ihre Entscheidung

ELGA steht für „elektronische Gesundheitsakte“ und ist ein gemeinsames nationales Projekt der ELGA-Systempartner (Bund, Länder und Sozialversicherung). ELGA ist ein Informationssystem, das PatientInnen sowie Spitälern, niedergelassenen ÄrztInnen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen einen gesicherten, orts- und zeitunabhängigen Zugang zu wichtigen Gesundheitsdaten ermöglicht.

ELGA, eines der bisher größten gesundheitspolitischen Projekte Österreichs, ist im Rahmen der geltenden Vereinbarung gemäß Art.15a B-VG für die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens organisatorisch und finanziell zwischen den ELGA-Systempartner fixiert. Das ELGA-Gesetz trat am 1. Januar 2013 in Kraft. In ihm sind alle Rechte der ELGA-TeilnehmerInnen sowie Datenschutz und Datensicherheit festgelegt, ebenso die Rechte und Pflichten für ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (ELGA-GDA). Das ELGA-Gesetz und die einschlägigen Verordnungen geben beispielsweise auch vor, wie ELGA-Daten zu definieren und ELGA-Befunde zu vereinheitlichen sind. Darüber hinaus sind eine hohe Bedienerfreundlichkeit für alle NutzerInnen sowie eine Zeitschiene zur Umsetzung von ELGA gesetzlich festgelegt.

 
 

ELGA verbessert die Qualität im österreichischen Gesundheitssystem

Das wesentliche Ziel von ELGA ist es, die Qualität im österreichischen Gesundheitswesen zu verbessern. Dies soll durch die Optimierung des Informationsflusses zwischen den unterschiedlichen Gesundheitsdiensteanbietern realisiert werden. Damit sind rasche und faktengestützte Diagnosen und Behandlungen möglich. Die ELGA-Gesundheitsdaten erlauben einen medizinischen Überblick zu jeder/m PatientIn. Basierend darauf, können ÄrztInnen sowie Pflegepersonal ihr gesamtes Behandlungs- und Betreuungspotential ausschöpfen und individuell auf die PatientInnen eingehen. Langwierige Befundsuche, Mehrfachuntersuchungen oder vergessene Medikamente sollten mit ELGA der Vergangenheit angehören.


ELGA – mehr Rechte der BürgerInnen

Neben der optimalen Versorgung und dem Schutz vor Gesundheitsrisiken stärkt ELGA auch die Rechte der PatientInnen. Sie können über ein Portal selbst ihre Gesundheitsdaten und ihre Medikationsliste (e-Medikation) rund um die Uhr einsehen. Gleichzeitig bestimmen sie selbst, welche Daten für wen sichtbar sind. Kinder unter 14 Jahren werden von ihren Eltern bzw. ihren Erziehungsberechtigten vertreten. Personen, die nicht mehr handlungs- bzw. geschäftsfähig sind, werden von einer/m SachwalterIn vertreten. Die Einsichtnahme in die ELGA einer/s PatientIn ist für einen ELGA-GDA nur dann möglich, wenn ein aufrechtes Behandlungs- bzw. Betreuungsverhältnis  besteht.


Opt-out-Regelung für ELGA

Grundsätzlich nimmt jede/r BürgerIn automatisch an ELGA teil. Das ELGA-Gesetz sieht aber eine sogenannte Opt-out-Regelung vor: BürgerInnen können bestimmen, ob sie komplett oder an einzelnen ELGA-Funktionen (e-Befunde, e-Medikation) teilnehmen möchten. Eine komplette oder teilweise Abmeldung (bzw. auch eine Wiederanmeldung) an ELGA kann jederzeit entweder elektronisch über das ELGA-Portal oder schriftlich bei der ELGA-Widerspruchstelle durchgeführt werden. Während der Zeit der Abmeldung werden keine ELGA-Gesundheitsdaten erfasst und auch nicht rückwirkend über ELGA zur Verfügung gestellt.


Höchste Sicherheitsstandards sind gewährleistet

Für ELGA gelten die höchsten Sicherheitsstandards. Entlassungsbriefe oder Befunde bleiben – wie bisher – im Verantwortungsbereich des Spitals oder der/s Ärztin/Arztes gespeichert. Die ELGA-Gesundheitsdaten werden ausschließlich in verschlüsselter Form und in speziell für das Gesundheitswesen etablierten, sicheren Gesundheitsnetzen transportiert. Zusätzlich werden alle Zugriffe auf die eigenen Gesundheitsdaten mitprotokolliert. Damit können PatientInnen jederzeit über das ELGA-Portal kontrollieren, wer auf ihre Daten zugegriffen hat.


e-Medikation verhindert Mehrfachverordnungen

Ein wichtiger Teil von ELGA ist die e-Medikation. ÄrztInnen mit Kassenvertrag sind verpflichtet, alle Medikamente, die sie verordnen, in die e-Medikationsliste der/s PatientIn einzutragen. Apotheken müssen alle abgegebenen Medikamente – auch die nicht rezeptpflichtigen, die Wechselwirkungen hervorrufen können – in die e-Medikation eintragen. Damit wird es möglich, potentielle Wechselwirkungen bei der Einnahme rasch und einfach zu erkennen und somit zu vermeiden. PatientInnen haben zudem das Recht, im Einzelfall die Eintragung eines Medikaments abzulehnen. Zu beachten ist, dass ein nachträgliches Löschen einer Eintragung nicht mehr möglich ist.


Umsetzung startet ab Ende 2015

Ab Ende 2015 gehen Zug um Zug alle öffentlichen Spitäler – beginnend in der Steiermark und in Wien, gefolgt von den niederösterreichischen Krankenhäusern – und die AUVA-Unfallkrankenhäuser mit ELGA in Betrieb, es folgen die niedergelassenen VertragsärztInnen, die Kassenambulatorien sowie die Apotheken mit der Nutzung von ELGA bzw. e-Medikation. Diese wird im zweiten Quartal 2016 in der Region Deutschlandsberg in der Steiermark eingeführt. Danach sind die privaten Krankenanstalten an der Reihe, später auch ZahnärztInnen mit Kassenvertrag. Sobald die Spitäler mit ELGA arbeiten, werden auch die BürgerInnen über das ELGA-Portal ihre eigenen ELGA-Befunde abrufen können. Bereits seit Anfang 2014 sind das ELGA-Portal in der ersten Version (Wahrnehmen der TeilnehmerInnenrechte), die telefonische ELGA-Serviceline und die ELGA-Widerspruchsstelle in Betrieb.

 

Erklärvideo zum ELGA-Portal "Einstieg und Startseite“
 
 


 Erklärvideo zum ELGA-Portal "e-Befunde"

  
 

 
Eklärvideo zum ELGA-Portal "Protokoll"